Was vor dem Laufen essen: der einfache und wirksame Leitfaden
Ernährung 6 min

Was vor dem Laufen essen: der einfache und wirksame Leitfaden

Was vor dem Laufen essen, und wann? Hier sind die klaren Prinzipien und die konkreten Beispiele, die alle Situationen abdecken, vom morgendlichen Dauerlauf bis zum langen Lauf am Nachmittag.

Matthieu Le Guen
Matthieu Le Guen
Lauf-Coach
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Jede Woche stellen Sie sich dieselbe Frage: Was sollte man vor dem Laufen essen? Zu viel, und der Magen liegt Ihnen schwer. Zu wenig, und Sie schwächeln auf halber Strecke. Die gute Nachricht: Sie brauchen keine Wunderrezepte, sondern zwei einfache Prinzipien und ein regelmäßiges Hinhören auf Ihr eigenes Verdauungssystem. Lassen Sie uns Ihren Ansatz gemeinsam aufbauen, statt Ihnen ein starres Protokoll aufzuzwingen.

Zwei Variablen, die alles entscheiden

Bevor Sie wählen, was Sie essen, stellen Sie sich zwei klare Fragen.

Wie viel Zeit liegt zwischen Ihrer Mahlzeit und Ihrer Einheit? Das ist der erste Faktor. Je mehr Zeit Sie haben, desto besser kann Ihr Magen eine vollständige Mahlzeit verarbeiten. Je weniger Sie haben, desto leichter und schneller verdaulich muss Ihre Wahl ausfallen.

Wie lang und wie intensiv wird Ihre Einheit? Ein lockerer Dauerlauf von 30 Minuten und ein langer Lauf über 2 Stunden verlangen nicht denselben Treibstoff. Je länger oder intensiver, desto mehr verfügbare Energie müssen Sie für den Moment einplanen, in dem Sie sie brauchen.

Diese zwei Variablen genügen, um Ihre Entscheidung zu lenken. Mehr brauchen Sie nicht.

Die klassische Mahlzeit: mehr als drei Stunden vorher

Sie haben Vorlauf. Sie können ganz einfach normal essen, das ist am unkompliziertesten.

Eine ausgewogene, gut verdauliche und gewöhnliche Mahlzeit: komplexe Kohlenhydrate (Vollkornreis, Nudeln, gutes Brot), mageres Eiweiß (Geflügel, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte), Gemüse in vernünftiger Menge, wenig schweres Fett. In den folgenden Stunden trinken Sie regelmäßig.

Ein paar Beispiele, die gut funktionieren: Vollkornnudeln mit Lachs, Dampfgemüse und Naturjoghurt. Oder Basmatireis mit gegrillter Hähnchenbrust, Tomaten und einer Frucht. Oder auch Quinoa mit Linsen und geröstetem Gemüse.

Bei drei Stunden Abstand hat Ihr Magen alle Zeit, sich in Ruhe zu entleeren, und die Energie steht bereit, wenn Sie sie brauchen.

Die Zwischensituation: ein bis zwei Stunden vorher

Das ist oft Ihre Realität: mittags essen und abends nach der Arbeit laufen, oder ein leichter Brunch gefolgt von einer Einheit am frühen Nachmittag.

Hier essen Sie leichter. Eine leichtere Mahlzeit als sonst, Kohlenhydrate, die nicht zu schwer im Magen liegen, begrenztes Eiweiß, wenig Ballaststoffe, null schweres Fett.

Konkrete Optionen, die gut vertragen werden: ein leichtes Sandwich (Toastbrot, Hähnchenbrust, ein Klecks Senf) mit einer Banane. Eine Schale Müsli mit Joghurt und Obst. Einfache helle Nudeln mit leichter Tomatensoße und etwas Parmesan. Selbst Pfannkuchen mit Marmelade und Apfelmus, wenn Ihr Magen das gut verdaut.

Wozu Sie Nein sagen: Frittiertes, fettige Soßen, schwere Schmorgerichte, sehr ballaststoffreiches Gemüse (Kohl, größere Mengen Hülsenfrüchte), zuckrige Limonaden, die den Magen aufblähen.

Rechenbeispiel

Antoine, 35 Jahre, bereitet seinen Halbmarathon vor. Hier seine typische Woche.

Dienstag, MAS-Einheit (maximale aerobe Geschwindigkeit) um 18 Uhr. Klassisches Mittagessen um 13 Uhr (Reis, Fisch, Gemüse). Um 17 Uhr ein Snack: eine Banane mit 30 g Cashewkernen. Intensive Einheit ohne Probleme durchgezogen.

Donnerstag, lockerer Dauerlauf um 19 Uhr. Kein besonderer Snack, Abendessen nach hinten verschoben. Ruhige Einheit, kein Problem.

Samstag, langer Lauf um 9 Uhr. Frühstück um 7.30 Uhr: Haferflocken, Milch, Banane, Honig, Tee. Energiegel um 8.45 Uhr vor dem Start. Lauf über 1:45 h bis zum Schluss gut bewältigt.

Ergebnis über die Woche: null Verdauungsbeschwerden, jederzeit gut verfügbare Energie, ausgewogene Ernährung bewahrt.

Der kurze Zeitrahmen: dreißig Minuten bis eine Stunde

Sie starten bald. Ihre Lebensmittel müssen fast sofort verdaut sein und schnelle Energie liefern.

Einfache bis mäßige Kohlenhydrate, sehr wenig oder kein Eiweiß, null schwere Ballaststoffe, überhaupt kein Fett.

Leichte und wirksame Optionen: Banane mit einem mit Honig bestrichenen Butterbrot. Fruchtmus und trockene Kekse. Naturjoghurt, ein Löffel Honig, eine halbe Banane. Briochebrot mit Marmelade. Ein leichter Müsliriegel.

Bei diesem Zeitrahmen unterschätzen Sie lieber, als zu überladen. Wenn Sie einen Mangel fürchten, halten Sie ein Energiegel für 20 Minuten vor dem Start in Reserve.

Die morgendlichen Läufe auf nüchternen Magen

Viele Läufer starten früh, kaum wach. Wie geht man damit um?

Weniger als 45 Minuten, Grundlagenausdauer: Sie brauchen nichts. Ihre nächtlichen Reserven genügen. Ein großes Glas Wasser, und los geht's. Viele Läufer mögen sogar diesen Stil, der jedes Risiko von Verdauungsbeschwerden ausschaltet.

45 Minuten bis eine Stunde: ein leichter Imbiss 20 bis 30 Minuten vorher. Banane, ein halbes Honigbrot oder Kaffee mit einem trockenen Keks.

Über eine Stunde, oder intensive Einheit am Morgen: ein echtes Frühstück mindestens 60 bis 90 Minuten vorher. Schale Müsli, Brot mit Honig, Obst, Kaffee oder heißer Tee, regelmäßige Flüssigkeitszufuhr. Keine Zeit? Gleichen Sie es mit einem oder zwei Gels während des Laufs aus.

Der Leitfaden wie Sie sich rund ums Training richtig ernähren beleuchtet die Kontexte, in denen Laufen auf nüchternen Magen bei fortgeschrittenen Läufern Sinn ergibt. Für Sie lautet die einfache Regel: Wenn Sie zweifeln, essen Sie ein wenig.

Die goldene Regel: im Training testen, am Wettkampftag nichts ändern

Das ist es, was wirklich den Unterschied macht. Jedes Lebensmittel, das Sie am Tag eines Wettkampfs zu sich nehmen wollen, haben Sie bereits zur selben Uhrzeit, in derselben Menge, unter denselben Belastungsbedingungen gegessen, mindestens zwei- oder dreimal im Training.

Kein unbekanntes Hotelbrötchen. Keine Gelmarke, die Sie nicht kennen. Keine exotische Frucht vom Wettkampfbuffet. Kein Proteingetränk, das Sie nie getestet haben.

Diese Disziplin ist es, die Verdauungsbeschwerden ausschaltet. Sie kommen mit einem vorbereiteten System an den Start, in einem Zustand, den Sie wiedererkennen. Den Rest machen Sie im Laufen, nicht durch kulinarische Experimente.

Zum Merken

Ihr schneller Fahrplan

  • Mehr als 3 h vorher: klassische, ausgewogene Mahlzeit
  • 1 bis 2 h vorher: leichte Mahlzeit, mäßige Kohlenhydrate, reduziertes Eiweiß, wenig Fett
  • 30 min bis 1 h vorher: einfacher, schneller Snack, Kohlenhydrate, sehr wenig Volumen
  • Kurze Läufe am Morgen: Wasser genügt, essen ist nicht Pflicht
  • Absolute Regel: im Training testen, am Wettkampftag niemals Neues ausprobieren

Die Flüssigkeitszufuhr, die andere Hälfte der Arbeit

Sie können das Wasser nicht ignorieren. Drei Schlüsselmomente sind einzuhalten.

Beim Aufwachen: 250 bis 350 ml, um den Flüssigkeitsverlust der Nacht auszugleichen.

1 bis 2 Stunden vor dem Start: 250 bis 400 ml, ohne Eile.

15 bis 30 Minuten vorher: 100 bis 200 ml zum Abschluss, ohne Übermaß, das Sie zu Beginn des Laufs zum Anhalten zwingen würde.

Der Leitfaden die Flüssigkeitszufuhr des Läufers deckt die breiteren Prinzipien ab. Für den Moment merken Sie sich: Was am meisten zählt, ist Ihre tägliche Flüssigkeitszufuhr, nicht nur die Minuten davor.

Eine Befragung von 3 000 Amateur-Marathonläufern zeigte, dass 30 % während ihres Wettkampfs unter einer nennenswerten Verdauungsstörung gelitten hatten (Übelkeit, Unwohlsein, Schmerzen). In 60 % dieser Fälle war ein Lebensmittel oder Getränk, das erstmals am Wettkampfmorgen konsumiert wurde, die direkte Ursache. Allein darauf zu verzichten, am Wettkampftag etwas Neues zu testen, erspart einen großen Teil dieser Probleme. Das ist eine der einfachsten und wirksamsten Regeln der Läuferernährung.

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Über den Autor

Deine Guides werden geschrieben von diplomierte Coaches

Matthieu Le Guen

Matthieu Le Guen

Lauf-Coach

Matthieu Le Guen ist ein ehemaliger Straßenläufer, der zum Trail gewechselt ist. Zum Laufen kam er spät, mit über dreißig, als Ventil für den Stress des Alltags. Sehr schnell hat ihn die methodische Progression gepackt: strukturierte Pläne und das genaue Verständnis der Belastung. Seine Haltung ist einfach: durchhalten statt glänzen, aufbauen statt erzwingen. Bei Preparun teilt er einen pragmatischen Trainingsansatz, der auf Regelmäßigkeit, Verletzungsprävention und der Vereinbarkeit mit dem Berufsleben beruht. Besonders gern begleitet er Freizeitläufer zu ihrem ersten Trail oder ihrem ersten Marathon, mit beruhigenden und realistischen Worten.

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